Wo, wie, wann, wieviel
Bitte beachten Sie:
Die Lesungen am
Samstagnachmittag finden wegen
der schlechten Wetterprognosen im PROGR statt.
Mittwoch, 25. August, 18.00 Uhr, im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA)
Hallwylstrasse 15, 3005 Bern
Otto Nebel – neu gelesen von Raphael Urweider und
«It is not to be read – or rather it is not only to be read. It is to be looked at and listened to. His writing is not about something, it is that something itself.»
Dieses vielzitierte Wort Samuel Becketts über Joyce trifft auch auf den heute weitgehend unbekannten Autor, Maler, Grafiker und Schauspieler Otto Nebel (1892 – 1973) zu, dessen Texte die Arbeit mit und an der Sprache zu ihrem eigentlichen Thema machen. Nebel prägte in den 1920er-Jahren mit regelmässigen Veröffentlichungen, der Teilnahme an Gruppenausstellungen und Rezitationsabenden das Gesicht des Sturm-Kreises um Herwarth Walden in Berlin. Im Berner Exil verstummte er zwangsläufig. Erst in den 1960er-Jahren, mit der Wiederentdeckung der Avantgarde aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und der Sprache als Material, wurde sein literarisches Werk entdeckt und in den 1970er-Jahren grösstenteils veröffentlicht. Das Schweizerische Literaturarchiv, das den schriftlichen Nachlass Otto Nebels aufbewahrt, widmet dem Altmeister der «Literatur mit Einschränkungsregeln» einen Abend mit Originaldokumenten, Texten und Musik.
Anhand ausgewählter Dokumente aus dem Nachlass präsentiert Bettina Braun die Verknüpfung von Archiv und Poetik. Die Buchstabengitter, Wörterbücher und Werkmanuskripte gewähren Einblick in den Schreibprozess und lassen mitverfolgen, wie das Sprachmaterial die Entstehung der Texte lenkt. Daneben gerät auch die Materialität der Dokumente selbst in den Blick, die eigentlich viel zu schön sind fürs Archiv.
Otto Nebels Texte behandeln Sprache als akustisches Material. Sie sind deshalb immer auch Sprechtexte. Raphael Urweider und Philipp Schaufelberger tragen literarische und musikalische Bearbeitungen von «Unfeig. Eine Neun-Runen-Fuge zur Unzeit gegeigt» vor, einem Text im Grenzbereich sowohl zur bildenden Kunst als auch zur Musik. Umrahmt wird die Veranstaltung von Tonaufnahmen von Lesungen Nebels – rare Zeugnisse gesprochener Sturm-Wortkunst.
«Otto Nebel versteht es, Spielregeln der Selbstbeschränkung zu entwickeln, die seine Poesie über sich hinauswachsen lassen. Das fasziniert und regt an, ihm nachzutun.» Raphael Urweider
Mit Bettina Braun, Projektmitarbeiterin Schweizerisches Literaturarchiv, Raphael Urweider, Schriftsteller, Bern und Philipp Schaufelberger, Musiker
Donnerstag, 26. August, 20.00 Uhr, im PROGR Bern
Aula PROGR, Waisenhausplatz 30, 3001 Bern
Preisverleihung des ersten grosen Literaturpreises 2010
Die Jury würdigt Lukas Hartmanns reichhaltiges und zugleich in sich geschlossenes literarisches Werk, das minutiös recherchierte historische Stoffe packend und originell präsentiert.
Programm:
Begrüssung
Hans Ruprecht
Grussworte
Regierungsrat Bernhard Pulver
Stadtpräsident Alexander Tschäppät
Gemeinsame Literaturförderung von Stadt und Kanton
Ueli Balsiger
Corinna Jäger-Trees
Laudatio
Sibylle Birrer
Dankesrede
Lukas Hartmann
Marcel Oetiker, Akkordeon, begleitet die Feier musikalisch.
Freitag, 27. August
Lesungen in der Agglomeration und in Bern:
Schwarzenburg
im Schloss Schwarzenburg
20.00 Uhr
Judith Hermann
Einführung: Susanne Petermann
Köniz
in den Könizer Bibliotheken, Bibliothek Stapfen, Stapfenstrasse 13
20.00 Uhr
Urs Widmer
Einführung: Raphael Urweider
Meikirch
in der Aula des Schulhauses Gassacker in Meikirch
20.00 Uhr
Peter Bichsel und Jörg Steiner
Einführung: Peter J. Betts
Münchenbuchsee
im Bären Buchsi, Bernstrasse 3 (Nähe Bahnhof Münchenbuchsee)
20.30 Uhr
Zum Werk von C. A. Loosli
Mit Fredi Lerch, Pedro Lenz, Beat Sterchi und schön&fön
Der Schriftsteller und Publizist C. A. Loosli (1877–1959) wird zur Zeit wiederentdeckt. Höchste Zeit: Loosli ist einer der bedeutendsten schweizerischen Intellektuellen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber was hat das mit einem Literaturfest, mit aktueller Literatur und mit Unterhaltung zu tun? Die Antwort gibt dieser Abend, der den historischen Loosli konfrontiert mit der Spontaneität der heutigen Spoken Word-Szene und der Spiellust zweier improvisierender Musiker. Dafür, dass Looslis Sicht auf die Schweiz nicht zu kurz kommt, sorgt mit kurzen Schlaglichtern Fredi Lerch, Mitherausgeber der neuen Loosli-Werkausgabe. Auf diese Einwürfe reagieren zum einen Pedro Lenz und Beat Sterchi (von «Bern ist überall») mit eigenen, zum Teil speziell für den Loosli-Abend geschriebenen Texten, zum andern die beiden Multi-Instrumentalisten Balts Nill und Urs Sibold (schön&fön). Im Wechselspiel von Altem und Neustem, von Information, Improvisation und Spielwitz wird eine historische Gestalt jung und die neuste Gegenwart sieht manchmal ziemlich alt aus – nicht nur wenn Loosli feststellt, dass die Schweiz regenerationsbedürftig sei und er die Abschaffung des Bankgeheimnisses fordert.
Bern
im Grand Palais, Thunstrasse 3 (Helvetiaplatz)
19 – 24 Uhr
Buchvernisage mit Lesung
Bar & Grill & Tanzmusik mit DJ KIZMIAZ
Der Schuh
Eine Geschichtensammlung von Haus am Gern
Mit Francesco Micieli, Sabine Wen-Ching Wang, Renata Burckhardt, Klaus Händl, Michael Stauffer und anderen
Illustrationen: Gregory Gilbert-Lodge, Grafik: pol Bern
Im Rahmen der Sanierung des Volksschulhauses Laubegg (Baujahr 1917) wird «Haus am Gern» (Rudolf Steiner & Barbara Meyer Cesta) von den Stadtbauten Bern zu einem Wettbewerb für Kunst im öffentlichen Raum eingeladen. Bei der Begehung des Schulhauses finden die Künstler im Bauschutt einen alten Kinderschuh und nehmen ihn mit. Von da an werden Rudolf Steiner & Barbara Meyer Cesta massiv vom Pech verfolgt – der Schuh muss die Ursache sein! Um den Fluch abzuwenden, beschliessen sie, den Schuh als Kunstprojekt getarnt wieder ins Schulhaus zurück zu bringen. Bei der Präsentation erzählen sie der Jury ihre Geschichte, stellen das Projekt vor und lassen den Schuh im Büro des Schulleiters zurück. Sie gewinnen den Wettbewerb, das Glück kommt zurück.
Der Schuh steht nun an zentraler Stelle im Schulhaus auf einem massiven Sockel unter Panzerglas. Ein Schild weist diskret auf Herkunft und Kraft des Schuhes hin. «Haus am Gern» lässt zudem in einem illustrierten Taschenbuch 14 namhafte Schweizer Autorinnen und Autoren über das «Woher und Warum» des Schuhs fabulieren. Ob sie wahr ist oder nicht, bleibt dahingestellt. Das Taschenbuch erscheint im SJW-Verlag und wird schweiz-weit in allen guten Schulhäusern angeboten.
Achtung: Platzzahl beschränkt!
Samstagnachmittag, 28. August
Schlechtwettervariante:
PROGR AULA 1. Stock
(statt auf dem Münsterplatz)
13.00 – 13.40 Jörg Steiner
14.00 – 14.40 Peter Bichsel
15.00 – 15.40 Judith Hermann
16.00 – 16.45 Lukas Hartmann
Moderation: Susanne Petermann
PROGR im Gang des 1. Stock
(statt in der Münstergasse, Höhe Münster)
13.00 – 13.40 Alois Hotschnig
14.00 – 14.40 Milena Moser
15.00 – 15.40 Antonio Fian
16.00 – 16.40 Ilma Rakusa
Moderation: Robert Renk
PROGR im Gang EG
(statt hinter dem Münster bei der Mattentreppe)
13.00 – 13.40 Arno Camenisch mit Camille Luscher
14.00 – 14.40 Jochen Schmidt
15.00 – 15.40 Noëlle Revaz
16.00 – 16.40 Michael Stauffer
Moderation: Ruth Schwegler
PROGR Turnhalle
(statt im Erlacherhof)
13.00 – 13.40 Uhr
Rudolf von Tavel-Projekt
Die Spoken Word Gruppe «Bern ist überall» wagt eine Annäherung an den grossen Klassiker der Berner Mundartautoren.
Allein durch den Umfang seines Werks nimmt Rudolf von Tavel (1866 – 1934) in der bernischen Literaturtradition eine Sonderposition ein. Von Tavels Präsenz ist unbestritten, seine Auflagen waren märchenhaft. Aber wie bezeugt man heute dem Mitbegründer und Träger einer Literaturtradition den verdienten Respekt? Wie kommt man ihm heute bei, welche Bedeutung hat er für Lesende und Schreibende von heute? Mit dem ihm zum 75. Todestag gewidmeten Programm versucht die Autorengruppe «Bern ist überall» eine Annäherung und eine Hommage. Die dafür entstandenen Texte beziehen sich sowohl auf von Tavels Zeit wie auch auf seine Werke und seine Biografie. Der von Tavel-Kenner Harald Wäber gibt mit der Lektüre von kurzen, repräsentativen Textauszügen für von Tavel typische Themen und Strukturen vor, auf welche die Autoren und Musiker von «Bern ist überall» parodistisch, kritisch und analytisch reagieren. Und zwar sowohl einzeln wie in für «Bern ist überall» typischen thematischen Collage-Blöcken. Dabei entsteht ein eigenes Klangbild und ein spielerischer Überblick, der, wie nach der ersten Präsentation des Programms festgestellt wurde, durchaus witzig und vergnüglich sein kann.
Es lesen und spielen die Jazzmusikerin Margrit Rieben, der Basler Bassist Michael Pfeuti, der Lausanner Drehbuchautor und Performer Antoine Jaccoud sowie Guy Krneta, Beat Sterchi von «Bern ist überall» und als Special Guest die Sängerin und Performerin Elsa Fitzgerald alias Ariane von Graffenried.
14.00 – 14.40 Werner Wüthrich
15.00 – 15.40 Peter J. Betts
16.00 – 16.40 Urs Widmer
17.00 – 17.40 Alexander Sury
Moderation: Martin Wyss
PROGR im Gang des 2. Stock
(statt in der Brunngasse)
13.00 – 13.40 Christoph Simon
14.00 – 14.40 Urs Mannhart
15.00 – 15.40 Christoph Geiser
16.00 – 16.40 Sandra Hughes
17.00 – 17.40 Matto Kämpf
Moderation: Franziska Müller
PROGR Raum 1 des 3. Stock
(statt beim Lischetti-Brunnen in der Postgasse)
14.00 – 15.00 Uhr
16.00 – 17.00 Uhr
Szenische Lesung:
Bern über Bern, Berner Autoren porträtieren Berner Persönlichkeiten
Es lesen: Vera von Gunten, Grazia Pergoletti, Jonathan Loosli und Thomas U. Hostettler
Szenische Einrichtung: Pergoletti / von Gunten
PROGR Raum 2 des 3. Stock
(statt hinter dem Casino in der Herrengasse)
«Lyrik am Nachmitag»
13.00 – 13.30 Jürgen Theobaldy
13.40 – 14.10 Francesco Micieli
14.20 – 14.50 Uljana Wolf
15.00 – 15.30 Urs Allemann
15.40 – 16.10 Serhij Zhadan mit Raphael Urweider
16.20 – 16.50 Jens Nielsen
Moderation: Raphael Urweider
Alle Zeitangaben werden möglichst eingehalten. Allfällige Programmänderungen werden vor Ort bekannt gegeben.
Bei unsicherem Wetter gibt die Telefonnummer 1600 Auskunft, ob die Nachmittagsveranstaltungen von draussen nach drinnen verlegt werden. Sämtliche Aussenveranstaltungen würden in den PROGR und in die Turnhalle des PROGR verlegt.
Samstagabend, 28. August
PROGR Bern
Grosser Abschlussabend des 3. Berner Literaturfestes
Eintritt: Fr. 30.–
Bitte Vorverkauf benützen:
Buchhandlung Thalia, Spitalgasse 47/51
20.00 – 20.45 Uhr
Daniel Rothenbühler präsentiert die ersten vier Bände der Reihe edition spoken script
Mit Guy Krneta, Jens Nielsen, Beat Sterchi und Pedro Lenz
21.15 – 21.45 Uhr
Jochen Schmidt
ausgefallen, urkomisch, originell: ein Grossstadt-Neurotiker aus Berlin
22.15 – 22.45 Uhr
Michael Stauffer und Noëlle Revaz
präsentieren fonetische Übersetzungen
23.15 – 23.45 Uhr
Pedro Lenz, Raphael Urweider und Sehrij Zhadan lesen zur Verbindung Ukraine und der Schweiz
ab 24.00 Uhr
legen die DJs sister knister und arafat nr. 2 auf